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Zanklhof II - Graz

Projektbeschreibung

Im Jahr 2000 hatten wir die Vision, das ehemalige und zum Teil brachliegende Fabriksgelände Zanklhof in Graz-Gösting zu revitalisieren und in einen Wohnpark umzugestalten. Nun ist aus dieser Vision Realität geworden. Ein langwieriger Prozess der Konzeption, der intensiven Planung und der professionellen Umsetzung ist damit abgeschlossen. Ein Stadtteil wurde zusätzlich belebt und 145 Familien haben ein neues wohnliches Zuhause gefunden.

Schon der erste Bauabschnitt "Zanklhof I", der im Jahr 2004 abgeschlossen werden konnte, sorgte aufgrund seiner Aufsehen erregenden Revitalisierungskonzeption und architektonischen Brisanz für großes Interesse und fand allgemeine Anerkennung. Unter anderem wurde "Zanklhof I" auch mit der Auszeichnung "Steirisches Wahrzeichen" bedacht.

Diese Erfolgsgeschichte fortzusetzen war Auftrag und Verpflichtung. Das Ziel: In Verbindung mit dem ersten Abschnitt eine Wohnanlage zu schaffen, die den Bewohnern neben den "eigenen vier Wänden" auch vilefältigen Freiraum bietet - sowohl in Form großzügiger Balkone und Terrassen, als auch mit weiten Freiflächen und Grünanlagen - und das Ganze möglichst verkehrsfrei.

Wie schon bei "Zanklhof I" ist es uns auch diesmal gelungen, die markanten historischen Bauteile zu erhalten und mit neuer zeitgemäßer Architektur zu verbinden. Erhaltenswerte Bestandsfassaden konnten in ihre ursprüngliche Form rückgeführt und homogenisiert werden, der historische Backsteinbau steht in reizvollem Kontrast zu den neuen Architekturelementen und schafft somit einzigartige Wohnatmosphäre.

Eine besondere Herausforderung war es, im Rahmen der Revitalisierung und Sanierung dem zeitgemäß so wichtigen Aspekt der Energieeffizienz große Bedeutung zukommen zu lassen. Mit innovativen Konzepten ist es gelungen, zwei Gebäude mit 26 Wohnungen in Passivhausbauweise und die weiteren Gebäude mit 64 Wohnungen als Niedrigenergiehäuser zu errichten.

Dieser ökologische Ansatz sorgte schon in der Bauphase für großes internationales Interesse und zahlreiche Fachbesuche auf der Baustelle. Auch diverse Fachmedien berichteten bereits über dieses beispeilhafte Sanierungsprojekt. Und auch der Coronati-Preis 09 für nachhaltiges Bauen ist eine ehrenvolle Auszeichnung.

Möglich war die Bewältigung dieses komplexen Bauvorhabens nur aufgrund der langjährigen Erfahrung unserer Firmen auf dem Gebiet der Revitalisierung (A & N, Baumeister Leitner Planung & Bauaufsicht). Spezieller Dank gilt diesmal dem Projektleiter DI Dietmar Koch und seinem Team. Visionäre Planung erfordert aber auch eine fachlich hochqualitative Umsetzung - und diese wurde von allen beteiligten Firmen bestens ausgeführt, wofür ich mich herzlich bedanke. Auch die für diese Dimensionen kurze Bauzeit von März 2008 bis Juli 2009 zeugt von professionellem Engagement.

Mein besonderer Dank gilt natürlich auch den zuständigen Behörden des Landes Steiermark für die unproblematische Abwicklung und die entsprechenden Förderungen.

Schließlich der ganz große Dank an die privaten Investoren, die durch ihr Vertrauen und finanzielles Engagement dieses Projekt erst tatsächlich ermöglicht haben.

GESCHICHTE

Die Gebäude der jetzigen Wohnanlage "Zanklhof" gehen zurück auf die Lack- und Farbenwerke Zankl & Söhne und stammen aus den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts. Die 1862 von Josef und Anna Zankl gegründete Firma hatte das Betriebsgelände in Gösting im Jahr 1982 gekauft, nachdem die ursprünglich hier befindliche hafnersche Pulverstampfe kurz zuvor explodiert war.

So entstanden in diesen Jahren beiderseits des Mühlganges die Fabriken für Erd- und Mineralfarben, angeschönte und chemische Farben, für Ölfarben und Kitte sowie die Anlagen der Lackfabrik.

Die Lack- und Farbenwerke Zankl waren zu Beginn des 20. Jahrhunderts ein florierendes Unternehmen, das als k.u.k. Hoflieferant neben dem Hauptsitz in Graz Zweigniederlassungen in ganz Österreich sowie auch Werke in Triest und Oradea (Rumänien) hatte und die ganze Welt belieferte.

Im Jahr 1955 hat sich die Firma Zankl aus der Produktion zurückgezogen. Die mittlerweile stark veränderten Werksanlagen wurden seither von verschiedenen Firmen genutzt bzw. lagen seit den 1990er-Jahren zum Teil brach.

Die ehemals gewerblich genutzten Liegenschaften - allesamt in einem zum Teil brachliegenden, aber sanierungsfähigen Zustand - wurden in zwei Etappen umgewidmet und im Zuge der Revitalisierung zu einem Wohnpark mit einzigartigem Flair umgestaltet. Insgesamt wurden auf einer Grundfläche von 18.260 m² 145 Wohnungen, Büroflächen und ein Cafe errichtet. Der jetzige zweite Abschnitt umfasst 90 Wohnungen mit insgesamt 5.825 m² Wohnnutzungsfläche. Das Herzstück der Anlage bildet ein intensiv begrünter Wohnhof mit einem zentralen Atrium.

Bauherr(in):
Projekt Zanklhof Gösting - A & N Planungs- und Verwaltungs GmbH & Co KG

Generalplanung:

Alt & Neu Bauträgergesellschaft m.b.H.

Planung / Bauaufsicht:
Baumeister Leitner Planung & Bauaufsicht GmbH

Errichtung:
April 2008 - August 2009

Auszeichnung:

  • Quatuor Coronati-Preis
  • Solid Bautec-Preis
  • Energy Globe Award-Nominierung

Projekt:
Zanklhof Gösting, 8051 Graz

  • Sanierung und Neubau: 5.830 m² Wohnnutzfläche zu 90 Wohnungen

Besonderheiten:

  • 26 Passivhausstandard Wohnungen; 64 Wohnungen Niedrigenergiehausstandard
  • Erdwärme mittels Tiefenbohrungen für Heizung und Warmwasser mit Wärmepumpen
  • Regenwassernutzung
  • Solaranlage
  • Barrierefreiheit

Fachberichte in renomierten Fachzeitschriften:

  • "Bauhandwerk" Gütersloh, Deutschland
  • "wa wettbewerbe aktuell", Fachzeitschrift für Architektur, Freiburg, Deutschland
  • "meisterhaft nachhaltig", Donau-Universität Krems, Österreich
  • "Edifidgment", Zeitschrift für ganzheitliches Bauen, Graz, Österreich
  • "korso" Nachhaltiges Magazin, Graz, Österreich

Präsentationen, Vorträge und Exkursionen:

  • "Forum Alpbach 09" (5. September 2009)
  • "Ökosan 09", Internationales Symbosium für energetische Sanierung von großvolumigen Gebäuden (November 2009)
  • "Tag des Passivhauses 2009" (November 2009)
  • "Klima aktiv Seminar" Bauakademie (April 2009) ca. 30 internationale und nationale Fachexkursionen